Mai 2012
Test Harley-Davidson V-Rod 10th Anniversary Edition: Dragster-Feeling vom
Feinsten
Von Ingo Koecher --
Der Radstand wie ein Auto und 'ne Bemme wie ein Truck: Das Ganze kombiniert mit
einem von Harley-Davidson und Porsche gemeinsam entwickelten mächtigen 1.250 ccm
V-Twin mit 90 kW/122 PS. Am Ende noch alles schön verchromt und ein Sound, dass
einem die Ohren übergehen: Mehr Harley geht kaum.
Milwaukee-Blubbern ...
Unser Testfahrzeug war das Editionsmodell anlässlich des zehnjährigen Jubiläums
der V-Rod-Baureihe. Somit liegt die gemeinsame Entwicklungsarbeit von
Sportwagenhersteller Porsche und Harley-Davidson schon einige Zeit zurück.
Dennoch hat das wassergekühlte Triebwerk mit seinen 111 Nm Drehmoment bis heute
nichts von seiner Faszination und natürlich seiner Leistungsfähigkeit eingebüßt.
Ja und ganz nebenbei kann man sich kaum satthören am Milwaukee-Blubbern.
Fahreindruck
Die Harley-Davidson V-Rod 10th Anniversary Edition ist 2.440 mm lang. Dabei
reicht der Radstand von 1.705 mm nahe an den eines Smart Fortwo mit 1.867 mm
heran. Fahrfertig – also vollgetankt – bringt die V-Rod 302 kg auf die Waage.
Das ist aber weniger bedenklich, sorgen die Sitzhöhe von 675 mm und der niedrige
Schwerpunkt für guten Geradeauslauf und sicheres Handling der Maschine.
Überraschend war zudem die Wendigkeit des Bikes. Wenn auch Kurvenräubern mit dem
Editionsmodell kaum Thema ist, so liegen ihre Stärken im Cruisen. Und das in
seiner edelsten Form.Dabei sind selbst längere Abschnitte etwa über die Autobahn
mühelos zu stemmen. Hat man sich an die weit vorn liegenden Fußrasten gewöhnt,
dauert es nicht lange, und das Stadium des Genusses mit all seinen Facetten
stellt sich ein. So zaubert der Anzug der V-Rod bei jedem beherzten Impuls, der
über den Gasdrehgriff zum Triebwerk gesendet wird, ein kleines Lächeln ins
Gesicht. Dafür verantwortlich ist neben dem mächtigen Vortrieb des
wassergekühlten 60 Grad Revolution V-Twin der Sound des Aggregats, dessen zwei
Zylinder im Straight-Shot mit verchromten Auspuffrohren und verchromten
Hitzeschild münden.
Absolut langstreckentauglich erlebten wir das Gestühl der Harley-Davidson V-Rod
10th Anniversary Edition. Es hat etwas vom heimischen Lieblingssessel. Übersicht
während des Betriebs der Maschine liefert das dreigeteilte Cockpit mit
Drehzahlmesser links, der Geschwindigkeitsanzeige in der Mitte und der rechts
angeordneten Kraftstoffanzeige. Alle elektronischen Anzeigen sind klassisch
analog ausgeführt. Neben Informationen über die Geschwindigkeit bietet das
Zentralinstrument zusätzlich Gesamt- und Tageskilometerzähler, Uhr,
Kraftstoffstandanzeige mit Warnanzeige und Restreichweitenanzeige bei geringem
Kraftstoffstand, Motordiagnoseanzeige, Öldruckkontrollleuchte und
LED-Kontrollleuchten wie Blinker, Fernlicht und Leerlauf.
Zur Ausstattung der V-Rod gehört zudem Antiblockiersystem ABS und ein Security
System mit Wegfahrsperre und Diebstahlwarnanlage. Komfortzuwachs liefert das
auch in der V-Rod verbaute automatisch abschaltende Blinklicht.
Fazit
Selbst für diejenigen, für die Harley-Davidson nicht vielmehr als ein Name ist,
wird das Editionsmodell der V-Rod Baureihe zum Hingucker. Und das liegt zum
einen am sonoren Grummeln des V-Twin, zum anderen an der imposanten Erscheinung
und natürlich dem Glamourfaktor des reich verchromten Jubiläumsmodells. Für
Selbstfahrer indes ist es das Gesamtpaket V-Rod sowie die Nähe des
Fahrzeugkonzepts zu Dragster-Maschinen, was die Faszination ausmacht.
auto.de bewertet Fahreigenschaften, Handling und Verarbeitung der
Harley-Davidson V-Rod 10th Anniversary Edition mit Sehr Gut. Der von uns
ermittelte Verbrauch pegelte sich bei 6,5 l/100 km ein. Damit bietet das
Sondermodell kein herausragendes, aber ein doch angemessenes Ergebnis.
Einziger Wermutstropfen dürfte der Preis sein. Für das Sondermodell ruft
Harley-Davidson inklusive VRSC-Modell-Aufschlag 18.435 Euro auf.
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Fahrbericht Harley-Davidson VRSCF V-Rod Muscle: Keine Kompromisse
Mit der VRSCF V-Rod Muscle gelang der US-Motorradschmiede Harley-Davidson ein
Power-Cruiser vom Feinsten. Kräftiger Motor, bullige Optik - ganz so wie es die
Dragster-Fans lieben.
Keine Kompromisse, kein Understatement, kein zurückhaltender Charme: Die
Harley-DavidsonVRSCF V-Rod Muscle ist ein Bodybuilder statt ein Gentleman. Ein
Muscle Bike reinsten Wassers. Unverhohlen stellt die Amerikanerin ihre Power zur
Schau. Der 240er-Hinterreifen, die mächtigen Auspuffrohre, der flache Heckfender
und der schon optische markante Motor machen das Bike zum echten Hingucker.
Dabei setzen die in die Spiegelausleger integrierten LED-Blinkern durchaus feine
optische Akzente. Auch am Heck durften die Designer mit LED-Rücklicht und
LED-Blinker arbeiten, dazwischen wartet ein tief ausgeformter Sitz auf den
Fahrer. Die vorverlegten Fußrasten und der flache Lenker mit innenliegender
Kabelführung positionieren den Mensch im Sattel in eine Dragster-artige, nach
vorne orientierte Sitzposition.
Fahrleistung
An einen Dragster erinnern auch die Fahrleistungen des 1.247 ccm großen Twins:
Der wassergekühlte V2 leistet 89 kW/121 PS bei 8.250 Touren und stemmt ein
maximales Drehmoment von 115 Newtonmetern. Trotz der schieren Kraft lässt es
sich mit dem Triebwerk auch trefflich bummeln und bei niedrigen Drehzahlen den
Fahrtwind genießen. Lässt der Fahrer die Nadel des Tourenzählers jedoch unter 2
000 U/min absacken, so schüttelt sich die Muscle wie ein nasser Bär und mahnt
zum Herunterschalten.
Daneben gibt es aber auch noch die Welt der schieren Beschleunigung. Wer nämlich
das Gas weit öffnet, der weckt das Tier in dieser Harley, die in bester
Dragracer-Manier zulegt, bis sie bei 230 km/h das Ende ihres Spurtvermögens
erreicht. Es ist beeindruckend, wie sauber und linear das Triebwerk seine
Leistung abgibt. Zum Glück bietet der stark gestufte Sattel guten Halt nach
hinten. Indes schlägt sich so viel schiere Kraft auch im Verbrauch nieder. 7,3
Liter Super auf 100 Kilometer rauschen durch die Kraftstoffeinspritzung. In
Kombination mit dem nicht abschließbaren 18,9-Liter-Tank unter dem Sitz sind
Etappen von rund 250 Kilometern möglich.
Routine beim Fahren
Bedenken sollten unerfahrene Biker das Leergewicht von 307 Kilo, das in
Verbindung mit den mächtigen 1.700 Millimetern Radstand eine gewisse Routine
beim Fahren verlangt. Enge Kehren, schlechte Seitensträßchen oder Rangieren auf
engem Raum bergen ihre Tücken.
Für guten Grip und ordentliches Handling sorgen die Michelin Scorcher Pneus, mit
denen die Muscle jetzt ab Werk besohlt ist. Als weitere Neuerung kommen frische
Farben und Graphics ins Spiel. Die Maschine wird in den Lackfarben Vivid Black
und Brilliant Silver Pearl sowie in zwei Zweifarbvarianten Chrome angeboten. Der
Preis der zweifarbig lackierten Variante liegt bei 19 145 Euro, und damit genau
700 Euro über dem der Basisversion.
Die VRSCF ist alles andere als billig, doch bietet sie ein hohes Maß an
Fahrspaß, auch abseits des lässigen Cruisens über den Boulevard. Mit ABS und
Brembo-Stoppern ausgestattet, rollt hier ein echtes Charakterbik
Technische Daten Harley-Davidson VRSCF V-Rod Muscle:
Power-Cruiser
Motor: wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-V-Motor, vier Ventile pro Zylinder
Hubraum: 1.247 ccm
Leistung: 89 kW/121 PS bei 8 250 U/min
max. Drehmoment: 115 Nm bei 6 500 U/min
elektronische Kraftstoffeinspritzung, 5 Gänge
Sitzhöhe: 64 Zentimeter
Tankinhalt: 18,9 Liter
Reifen vorn: 120/70 ZR 19
Reifen hinten: 240/40 R 18
Leergewicht: 307 kg
Zuladung: 181 kg
Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h
Verbrauch 7,3 Liter auf 100 Kilometer
Preis: 18.445 Euro
Preis Zweifarbvariante: 19.145 Euro
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Harley-Davidson FLS Softail Slim: Wie aus der Swing-Ära
Lange, bevor es Chopper gab, bauten sich Enthusiasten seit den 1940er Jahren
leichte, individuell gestaltete Motorräder im „Bobber-Stil“. Im Stile dieser
puristischen Fahrmaschinen bringt nun Harley-Davidson die neue Softail Slim an
den Start.
Flach und befreit von überflüssigem Zierrat musste in den Vierzigern des letzten
Jahrhunderts ein Bike sein. Und mit der neuen Harley-Davidson FLS Softail Slim
erfährt die lange Tradition der „Bobber“ eine moderne Fortsetzung – wobei
niemand mehr gezwungen ist, selbst zum Werkzeug zu greifen, um Schutzbleche
umzumontieren. Denn danach ist diese konzentrierte Zweiradbauweise benannt
worden. Weil amerikanische Motorräder jener Zeit optisch oft noch schwerer wogen
als nach dem tatsächlichen Gewicht, wurden nicht nur Motoren getunt – sondern
beispielsweise auch Schutzbleche getauscht. Das originale Vorderradschutzblech
mit dem charakteristischen „Bob“ – dem mehr oder minder angedeuteten
Außenschwung am unteren Ende – wurde nach hinten gedreht über das Hinterrad
montiert, während das hintere Blech ganz entfernt wurde. Weil nun der „Bob“ nach
hinten gewandert war, sind diese Fahrzeuge bald „Bobber“ genannt worden, wobei
das Vorderrad zumeist völlig ohne Schutzblech lief.
Ganz so radikal fällt bei der neuen Harley-Davidson FLS Softail Slim das "Bobben" natürlich nicht aus. Und doch verkörpert das Design des jüngsten Zugangs in der Softail-Familie geschickt den besonderen Reiz, der in dieser puristischen Fahrzeuggattung steckt. Dass die Zündspulen offen verbaut werden, hat beispielsweise nichts mit mangelhafter Verarbeitungsqualität zu tun. Zugleich rollt die Softail auf wuchtigen 16-Zoll-Speichenrädern. Jedoch haben die Hürden der Homologation den Einbau eines recht voluminösen Luftfilterkastens erfordert, der viel zu viel des fein gezeichneten V-Twins verdeckt.
Der Motor ist ein alter Bekannter, auch die Slim ist im Grunde ihres Herzens eine Fat Boy, die mit anderen Rädern und einem veränderten Heckaufbau einen völlig neuen Charakter darstellt, während Rahmen oder Gabel unangetastet geblieben sind. Und auch in Sachen Antrieb bewegt sich die jüngste Harley auf gewohntem Terrain, sorgt doch der bekannte Twin Cam 103B mit seinen 1 690 Kubik für standesgemäßen Vortrieb. Der von Ausgleichswellen beruhigte V2 leistet 58 kW/79 PS bei 5 250 U/min, während das maximale Drehmoment von 132 Nm bei 3 250 U/min anliegt.
Verwaltet wird die Kraft vom per Wippe bedienten Sechsganggetriebe, das seinen Beinamen „Cruise Drive“ nicht zu Unrecht trägt. Bei Tempo 80 rotiert die Kurbelwelle mit rund 1 800 U/min, bei Tempo 100 sind es etwa 400 Touren mehr, wie man im kleinen Multifunktionsdisplay ablesen kann. Relaxt dirigiert man die Harley mit dem breiten „Hollywood-Lenker“ durch die Landschaft: Der Name verdankt sich der Querstrebe, an die Bobber-Freunde vor 60 Jahren ihre kleine Scheinwerferarmada schraubten. Ein bisschen Show musste dann doch sein.
Die Slim hingegen belässt es bei einem Zitat dieser Strebe, die selbstredend ebenso schwarz lackiert ist wie Motor, Felgen, Luftfilter, Scheinwerfer oder die Gabelbrückenabdeckung. Ein nettes Detail findet sich auch am Heck der mit Solositz – das Soziusgestühl ist inklusive Rasten für 298 Euro erhältlich – wesentlich besser wirkenden Slim: Dort hat Harley Brems- und Rücklicht in die hinteren Blinkleuchten integriert, während die Stiefel stilecht auf halbmondförmigen Trittbrettern ruhen.
Den Harley-Designern ist mit der FLS Softail Slim eine Hommage an die unvergessene Swing-Ära gelungen. Im Herzen steht die Softtail mit Einspritzanlage, Alarmanlage oder Wegfahrsperre auf der Höhe der Zeit – und doch versetzt einen die Optik auf elegante Weise zurück in jene Epoche, in der Schutzbleche noch einen ganz anderen Stellenwert hatten. Heiko Wacker/mid
Technische Daten Harley-Davidson FLS Softail Slim:
Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-45-Grad-V-Motor, zwei Ventile pro Zylinder, 1 690 ccm Hubraum, Leistung 58 kW/79 PS bei 5 250 U/min, max. Drehmoment 132 Nm bei 3 250 U/min, elektronische Kraftstoffeinspritzung, manuelles Sechsganggetriebe, Sitzhöhe 65 cm, Reifen vorne: MT 90 B 16, hinten: MU 85-B 16, Radstand: 1 635 mm, Tankinhalt 18,9 Liter, Leergewicht 318 kg, Zuladung 208 kg, Höchstgeschwindigkeit 195 km/h, Preis: ab 18 795 Euro.
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Jänner 2012
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Wo ist nur dieses geile Orange geblieben? Die heißen Bonanza-Räder? Die richtig coolen Chopper? Auf diese Fragen haben wir die richtige Antwort: Das alles finden Sie hier bei Harley-Davidson! Und sie heißt Sportster Seventy-Two – eine Modellbezeichnung, die nicht nur an die Siebzigerjahre erinnert, sondern auch an die US Route 72. |
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Den frühen Custombike-Buildern ging es darum, Motorräder in
Unikate zu verwandeln. So wie die Bobber der 40er und 50er Jahre – flach,
abgespeckt und befreit von überflüssigem Zeugs. Genau dieser puristische
Look spricht aus der neuen Softail Slim. |
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Die perfekte Zeit für Ihr individuelles Customizing steht vor der Tür!
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Sie haben Ideen und möchten Ihrem Bike einen individuellen Charakter einhauchen? Wir stehen Ihnen mit professioneller Beratung zur Seite: Aus einem 830 Seiten starken Zubehör-Katalog bieten wir die Basis für die unglaublichsten Umbauten. Eine Harley ist ab Werk bereits einzigartig, doch wir können Ihr Bike mit wenigen Handgriffen individueller gestallten. Wie das Bespiel mit Mut zur Farbe von Harley-Davidson Motomaxx in Hagen ohne Furcht und Tadel unter Beweis stellt. Think pink! |
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August 2011
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Test: Harley-Davidson Sportster – Puristische Amerikanerin "Quelle:auto.de" XR 1200 X Sportster |
Mit der Harley-Davidson XR 1200 X hatten wir uns als Testmaschine für eine Sportster entschieden.
Und das nicht ohne Grund, wollten wir doch keinen klassischen Cruiser, sondern eben etwas
Sportlicheres über unseren Parcours treiben. Ja und treiben trifft es trefflich,
denn unsere Erwartungen an die Sportster, die auf den ersten Blick ein wenig von einer Enduro hat,
wurden zu Beginn gründlich enttäuscht. Ob die Amerikanerin am Testende das Ruder herumreißen konnte,
zeigt unser Fahrbericht. Doch zuvor beginnt die Suche nach alternativen Maschinen gleichen Charakters am Markt.
Da stellten wir schnell fest: Die gibt es nicht. Wenn die Harley-Davidson XR 1200 X überhaupt vergleichbar ist,
dann eigentlich nur mit Schwestermodellen aus dem eigenen Stall. Das muss dann auch so stehen bleiben
Schon als sie auf dem Hof stand, war klar: Sie ist nicht Fisch, nicht Fleisch. Dennoch hat sie Pathos und versprüht dabei eine Aura, der sich zu entziehen, nur schwer möglich ist. Aber mal ehrlich, wer will das schon. Spätestens seit dem Ritt von Peter Fonda und Dennis Hopper in Easy Rider 1969 ist die Harley geadelt. Das ist bis heute so geblieben. Und so mancher wird sich dabei ertappen, wie er seinen eigenen Trip genießend, das Feeling von damals erlebt. Aber immer schön der Reihe nach.
Von mehreren Seiten bekamen wir zu hören, dass die Harley-Davidson bullig, sogar etwas klobig wirkt. Von der Hand zu weisen ist das nicht, wenn sie so vor einem steht. Aber woher kommt dieser Eindruck? Mit dem zweiten Blick klärt es sich: Die Amerikanerin besteht – streng genommen – aus einem gewaltigen 1.200 Kubik V-Twin mit groß dimensionierten Abgasrohren und einem Sitz darüber. Mehr braucht es nicht fürs Bikerglück. Spartanisch, und auf das Wesentliche reduziert, so spiegelt die Sportster die Philosophie der amerikanischen Bikerschmiede wider.
Eine Harley, ganz gleich welches Modell, ist immer auch eine ordentliche Portion Sound: also – Zündung. Es kam, was kommen musste: Cool! Aufgesessen und los. Überraschend war das Fahren. Die Harley-Davidson XR 1200 X Sportster machte keinerlei Zicken. Sie entwickelt keine Allüren und ist absolut leicht im Handling. Das ist zum einem dem tiefen Schwerpunkt der Maschine, zum anderen dem spitzen Lenkkopfwinkel von 28,9 Grad zu verdanken. Im Vergleich dazu steht die Telegabel eines „waschechten“ Cruisers, wie etwa der Night Rod aus gleichem Hause, in einem Winkel von 34 Grad zur Straße.
Doch trotz der Kürze des Radstandes von 1.515 Millimetern – welcher der XR 1200 X Sportster zu einem kräftig-kompakten Auftritt verhilft – leugnete die Harley schon beim ersten Ausritt ihre Wurzeln nicht. Sie kommt aus der Cruiser-Schmiede schlechthin. Ein breiter, reisetauglicher Sitz, eine angenehm dimensionierte Lenkstange, und der unverwechselbare Sound, das ist es, was eine Harley ausmacht. Und genau das bietet die Sportster: Cruiser-Feeling vom Feinsten.
Dabei sorgen eine aufrechte Sitzposition, die Positionierung des Low Rise Lenkers mit allen Bedienelementen, wie auch das Kombiinstrument für reichlich Komfort. So platziert lassen sich Stunde um Stunde, völlig entspannt, Kilometer abspulen. Und das Ganze begleitet vom typischen Harley-Blubbern des mächtigen, luftgekühlten V-Twin.
Apropos Entspannung: Die stellte sich bei jedem Aufsatteln schon nach wenigen Metern ein. Dabei spielte es keine Rolle, ob es auf große Fahrt oder nur ums Eck zum Brötchen holen ging. Die Sportster ist „gesund“ für jeden, der sie fährt: Fahrer oder auch Fahrerin verlangt die Amerikanerin in keiner Situation etwas Absonderliches ab und Entspannung liefert sie zudem. Dafür sorgen leichtes Handling, top Straßenlage und die niedrige Sitzposition von 795 Millimetern. Alles zusammen macht dies das recht stattliche Gewicht von 260 Kilogramm vollgetankt vergessen.
Trotz aller Lobhudelei hat auch eine Harley-Davidson XR 1200 X Sportster die eine oder andere Schwäche. So etwa den von uns ermittelte Verbrauch von durchschnittlich 8,7 l/100 km, der sich bei moderater Fahrweise einstellte. Bei einem Motorrad sollte vor dem Komma maximal eine Sechs stehen, wenn das Bike, wie in unserem Test, ohne Spitzen auszutesten, ganz normal ohne Sozius und Gepäck, bewegt wird.
Ein zweiter Punkt sind die wenig motiviert wirkenden Reflektoren an der Telegabel sowie unterhalb der Sozius-Sitzfläche. Auf auto.de-Nachfrage teilte uns Harley-Davidson mit, dass diese Art von Reflektoren für eine Straßenzulassung in einigen Ländern verpflichtend sei. Somit muss man sich wohl damit arrangieren, wenn auch diese Lösung dem Gesamt-Designkonzept, das selbst den massigen V-Twin mit seinen großformatigen Abgasendrohren einschließt, wenig zuträglich ist. Besonderes Augenmerk ist zudem bei Regenfahrten darauf zu richten, dass die Regenhose an der die Abgasrohre führenden Seite, eng gebunden ist. Sonst läuft man Gefahr, Löcher zu riskieren, falls es zwischen Hose und Abgasrohr des hinteren Zylinders zum Kontakt kommt. Denn das wird, trotz doppelter Ummantelung, recht heiß.
Wenig schlüssig scheint uns auch die Umsetzung der Philosophie, nur das am Bike zu verbauen, was zum Fahren unbedingt nötig ist. Um so verwunderlicher ist da die Kombination von Lenker- und Zündschloss: Warum man sich bei Harley-Davidson nicht für ein Zentralschloss entschieden hat, muss an dieser Stelle offenbleiben. Am Lenkerschloss fiel uns überdies die Bildung von Flugrost auf. Hier sollte sich der Hersteller bei der Nietverbindung zwischen Stahlrohrrahmen und Lenkerschloss für eine Metalllegierung entscheiden.
Wünschenswert wäre das Antiblockiersystem ABS auch für die XR 1200 X der Sportster-Baureihe. Auf Nachfrage teilte Harley-Davidson mit, dass in 2012 bereits 21 Modelle mit ABS serienmäßig ausgerüstet würden. Die Sportster Modelle dürften dann sicherlich in 2013 folgen. Trotz (noch) fehlendem ABS, lässt sich die Bremskraft angemessen dosieren. Dafür sorgen zwei Bremsscheiben mit Vierkolben-Festsätteln vorne sowie eine Bremsscheibe mit Einkolbenschwimmsattel am Heck.
Zudem überzeugte die Fahrwerksabstimmung der Amerikanerin. So lassen sich die 43 mm Upside-Down-Gabel vorn und die Einarmschwinge hinten in Zug- und Druckstufe verstellen. Das verhilft der Sportster zu Cruiser-Komfort, sorgt aber darüber hinaus für ideale Bodenhaftung, wenn es etwas entschlossener vorangehen soll
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Fahrbericht Harley-Davidson XL883L SuperLow: Günstiges Einsteiger-Eisen "Quelle:auto.de" |
Gedrungen steht sie auf ihrem Seitenständer, die 883, die als derzeit zweitgünstigste Harley in der Preisliste geführt wird. Gern gesehener Partner in Sachen Antriebsfragen ist der altbekannte V2-Motor mit 883 ccm Hubraum, der seit einigen Jahren von einer modernen Kraftstoffeinspritzung versorgt wird. Generell sei hierbei festgehalten, dass es den Harley-Ingenieuren immer wieder gelingt, aktuelle Technik in traditionelle Formen zu gießen. Rein äußerlich scheint die Entwicklung seit der ersten, Ende der 50er Jahre vorgestellten Sporty, deshalb nicht sonderlich groß zu sein. Doch im Inneren gibt sich der luftgekühlte Zweizylinder modern, auch wenn weder die maximale Leistung von 39 kW/53 PS bei 5 900 Umdrehungen noch das maximale Drehmoment von 70 Nm bei 3 750 U/min Touren rekordverdächtig anmuten. Der Verbrauch liegt bei moderaten 5,5 Litern, was in Kombination mit dem erfreulich großen, leider aber nicht abschließbaren 17-Liter-Tank Etappen von rund 300 Kilometern ermöglicht.
Einmal gestartet, überrascht die kleine, bis zu 170 km/h schnelle Amerikanerin gerade in den unteren der fünf Gänge mit ihrem flotten Spurt. Die Kombination von der Abstufung des Getriebes sowie der Endantrieb durch den Zahnriemen kann als gelungen bezeichnet werden.
Auf ihren neuen Gussrädern mit schwarzen Speichen und den polierten Felgenrändern macht sich die SuperLow wirklich gut. Aber bei einer Einsteigermaschine wünscht man sich heutzutage ein ABS. Serienmäßig werden Radialreifen des Typs Michelin Scorcher 11 montiert, wobei gern auf die eigens hierfür entwickelten Details wie Profil oder Kontur verwiesen wird. So mag der hintere Niederquerschnittsreifen optisch gewöhnungsbedürftig sein, doch rollt man erst einmal durch die Landschaft, kann man sich mit ihm anfreunden. Und eine weitere Erfahrung kann man machen: dass es weder ein V2-Monument braucht, noch gewaltige Ausgaben, um den speziellen Reiz einer echten Harley zu entdecken.
| Cruiser mit luftgekühltem V2-Motor, zwei Ventile pro Zylinder, 883 ccm Hubraum | |
| Leistung: | 39 kW/53 PS bei 5 900 U/min |
| max. Drehmoment: | 70 Nm bei 3 750 U/min |
| elektronische Einspritzung, Fünfganggetriebe | |
| Sitzhöhe: | 69,5 Zentimeter |
| Tankinhalt: | 17 Liter |
| Reifen: | vorn 120/70 ZR 18, hinten 150/60 ZR 17 |
| Leergewicht: | 260 Kilogramm |
| Zuladung: | 194 Kilogramm |
| Höchstgeschwindigkeit: | 170 km/h |
| Testverbrauch: | 5,5 Liter/100 Kilometer |
| Preis: | 8 295 Euro |
| Effektlack-Variante ‚Pearl/Denim’: | 8 480 Euro |
| Zweiton-Lackierung: | 8 775 Euro |
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Juni 2011
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Eine gebrauchte Harley ist schneller!
Fahrspaß, Wertstabilität, Qualität und Sicherheit sind Fakten, die für eine Harley sprechen. Das gilt selbstverständlich auch für eine gebrauchte Harley. Der große Vorteil: Das Bike wartet schon auf Sie und kann nach einem kurzen Check direkt mitgenommen werden. Um möglichen Bedenken aus technischer Sicht zu begegnen, gibt es die Harley-Davidson Gebrauchtgarantie. Harleys aus zweiter Hand werden von teilnehmenden Harley-Davidson Händlern auf Herz und Nieren mittels eines 99-Punkte-Check geprüft. Für den optimalen Umfang der Garantie kann die offizielle Harley-Davidson Gebrauchtgarantie mit erworben werden, wahlweise 12 oder 24 Monate. Hier geht’s direkt zur offiziellen Harley-Davidson Gebraucht-Seite.
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