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STREETFIGHTER |
Die Begriffe haben sich längst etabliert: Big-Bike, Super-Bike, Naked-
Bike, Cruiser Tourer, Enduro, Chopper. Relativ neu im Bunde ist die
Wortfindung „Fighter“. Noch nie etwas davon gehört? Das sollte
sich aber schleunigst ändern. Die Fighter-Welle pfeift nämlich mit
Speed durch das Land.
Mode schreibt eigene Gesetze. Sie lässt sich nur von Wenigen und vielen
Zufällen beeinflussen. Techno zum Beispiel. Skurril, extravagant, ausgeflippt,
eigenwillig. Elektronische Klänge, aus und für eine ganz eigene Welt. Blues-,
Rock- und Beatfans bleiben außen vor. Die musikalischen Rhythmen ändern
sich in großen Sprüngen. Sei's drum.
Auch in der Motorradwelt treiben Modetrends immer neue Entwicklungen
voran. Nach den Big-Bikes, Super-Bikes, zuletzt den Naked-Bikes und
Cruisern redet plötzlich alle Welt vom Fighter oder „Streetfighter“.
Das ursprüngliche schlechte Image vom verpönten Biker, der nach einem
Sturz ohne die teure Plastikverkleidung, mit notdürftig in der Hinterhofgarage
repariertem Motorrad, am Bikertreff zu sehen war, hat sich schnell
gewandelt. Die „Crasher“ galten über Nacht als die wahren Helden.
Schließlich hatten sie einen Sturz überstanden!
Die Fighter-Idee hat Ihre Wurzeln in der englischen Biker-Szene
Eine andere Entwicklung machte sich gleichzeitig breit und so war es
absehbar, dass der Fighter zum Trendsetter wurde. Motorradfreaks sind
Individualisten. Besonders in England. Da englische Biker schon immer gern
mit Schraubenschlüsseln hantieren, man denke nur an die pfeilschnellen
Café-Racer aus den 60er Jahren, entstand Anfang der 90er Jahre die Fighter-
Szene. Für diese Asphalt-Surfer gibt es weder Muster noch Norm. Alles ist
erlaubt, nichts verboten. Irgendwelche gesetzlichen Bestimmungen oder
Richtlinien stört die Hinterhof-Ingenieure nicht die Bohne. Es wird frisiert bis
der Asphalt glüht. Nichts für Warmduscher, die Lenkstange wird zwischen die
Zähne genommen, das Gas ist rechts,
Burn-Outs, Stoppies und Wheelies gehören zur Standardkür. Die Wirkung auf
die Schaulustigen am Straßenrand ist beachtlich. Streefighter sind rau, wild,
widerspenstig und manchmal auch etwas illegal. Verbotenes macht
bekanntlich die größte Laune.
Soweit das Klischee!
Und so lange die Wildreiter-GmbH auf ihren Feuerstühlen sitzen.
Im wirklichen Leben erkennt man sie kaum wieder. Sie arbeiten fleißig, verdienen gutes Geld. Billig ist der
Spaß nämlich nicht. Besonders dann, wenn die Fighter-Umbauten von
Experten vorgenommen werden. Ein besonderer Geschmack war schon immer etwas teurer.
Ist ja auch nicht verwunderlich. Das Motorrad-Angebot ist erschlagend, die
Zeiten, in denen Biker als Exoten durch die Gegend heizten, war längst
vorbei. Der Boom hatte allerdings auch einen gewaltigen Nachteil. Wer will
schon dauernd seine Maschine neben exakt dem gleichen Modell parken.
Ärgerlich wird die Sache besonders vor der Stammkneipe, beim nächtlichen
Discobesuch, einer Ausfahrt mit den Kumpels oder auch nur zufällig an der
Tankstelle. Nicht auszudenken die Situation, wenn man versehentlich auf das
falsche Bike steigt. Wer kontrolliert schon vor dem Losfahren das
Nummernschild.